Berufschancen

Aktuell ist es um den Arbeitsmarkt für Journalisten nicht unbedingt rosig bestellt. Festanstellungen sind selten und wer sich für den Beruf des Journalisten entscheidet, sollte davon ausgehen, als Freiberufler tätig zu werden.
Die Probleme fangen bereits bei der Suche nach einer Volontariatsstelle an. Die Stellen sind heiß umkämpft und auf eine einzige freie Stelle kommen mehr als einhundert Bewerber - bei Tageszeitungen. In Hörfunk und Fernsehen ist es teilweise noch schlechter um freie Stellen bestellt. Selbst wer eine solche ergattern kann, sollte sich darauf einstellen, nicht übernommen zu werden. Denn, wie gesagt, die festen Stellen sind rar gesät und die Ressorts in der Regel gut besetzt.

Wer als Freiberufler tätig sein möchte, muss damit leben, dass er sich ständig gut vermarkten muss und sich vor allem erst einmal einen guten Namen machen muss. Hat er einen solchen, kann er gut auf Empfehlung hin arbeiten und bekommt so in der Regel ausreichend neue Aufträge. Dennoch reicht der Beruf sicherlich nicht zum Reichwerden. Rund 1500 Euro verdient ein Volontär - und dann ist er schon gut gestellt. Etwa 2500 Euro verdient ein Journalist, wenn er fest angestellt ist. Die Gehälter steigen nur langsam und die Honorare für die Freien sind hart kalkuliert. Auch hier tobt der Preiskampf und es muss ständig die Balance zwischen guter Arbeit und niedrigem Honorar gehalten werden.

Ein Traumberuf ist die Journalistik zumindest hinsichtlich der aktuellen Arbeitsbedingungen sicherlich nicht. Dennoch wartet sie mit vielen anderen Vorteilen auf, wie der Zusammenarbeit mit anderen Menschen, der Verwirklichung eigener Ideen und der Berichterstattung vom Ort des Geschehens - auch wenn dies deutlich seltener möglich ist, als zum Beispiel einen einfachen Zeitungsbeitrag zu verfassen. Wie sich die Berufschancen weiter entwickeln werden, lässt sich heute noch schwer sagen, denn es werden immer gute Journalisten gebraucht werden. Wichtig ist eine Spezialisierung, denn damit lassen sich später Lücken füllen, die heute noch besetzt sind.